TI-Kernfunktionen & Kommunikation:
Administration & Sicherheit:
Integration & Workflow:
Technische Basis:
Vollständig webbasierte Architektur ohne lokale Konnektor-Hardware unterscheidet die Lösung grundlegend von klassischen TI-Zugängen. Die gesamte TI-Infrastruktur läuft über die Cloud, Konfiguration und Überwachung erfolgen browserbasiert. Praktisch bedeutet das: keine Hardware-Wartung in der Praxis, keine Konnektor-Updates vor Ort, keine Ausfallzeiten durch defekte Geräte. Der Wegfall der physischen Konnektor-Box reduziert den administrativen Aufwand erheblich.
Automatisches Zertifikats-Lifecycle-Management übernimmt eine Aufgabe, die bei vielen TI-Lösungen zu erheblichem Zeitaufwand führt. Die Software verwaltet selbstständig Verlängerungen und Updates aller TI-Zertifikate. Praxen werden rechtzeitig über anstehende Prozesse informiert, müssen aber nicht manuell eingreifen. Das verhindert Betriebsunterbrechungen durch abgelaufene Zertifikate.
Microservice-Architektur auf Container-Basis bietet technische Zukunftssicherheit. Die Software basiert auf Docker- und Kubernetes-Technologie, wobei jede TI-Fachanwendung als eigenständiges Modul läuft. Neue Funktionen werden hinzugefügt, ohne bestehende Dienste zu beeinträchtigen. Updates erfolgen ohne Systemausfälle. Diese Architektur ermöglicht schnelle Integration neuer Gematik-Vorgaben.
Eigenes TI-Testlabor betreibt Solutio zur frühzeitigen Prüfung neuer Spezifikationen. Dort werden Gematik-Anforderungen getestet und zertifiziert, bevor sie in die Produktivumgebung gelangen. Das Resultat: Neue TI-Funktionen stehen häufig schneller zur Verfügung als bei Anbietern ohne dedizierte Testinfrastruktur.
Einschränkungen bestehen primär in der vollständigen Abhängigkeit von stabiler Internetverbindung. Ohne funktionierende Internetanbindung stehen TI-Funktionen nicht zur Verfügung. Es existiert keine vollumfängliche Offline-Funktionalität. Praxen in Regionen mit instabiler Internetversorgung müssen zwingend eine redundante Leitung einplanen, um kontinuierliche Verfügbarkeit zu gewährleisten.
Einzelpraxen und kleine Gemeinschaftspraxen mit 1-5 Ärzten profitieren besonders vom reduzierten IT-Aufwand. Die Lösung eignet sich für Einrichtungen ohne eigene IT-Abteilung, die TI-Funktionen nutzen möchten, ohne sich um Hardware oder Updates kümmern zu müssen. Die webbasierte Verwaltung bleibt auch für IT-Laien überschaubar. Der Wegfall lokaler Konnektor-Wartung entlastet Praxen, die bisher externe IT-Dienstleister mit dieser Aufgabe betrauen mussten.
Medizinische Versorgungszentren und Praxisnetzwerke finden in der Multi-Mandantenfähigkeit einen entscheidenden Vorteil. Mehrere Standorte lassen sich zentral verwalten, Prozesse bleiben einheitlich, und es entfällt die Wartung von Hardware an jedem einzelnen Standort. Besonders relevant wird dies bei heterogenen PVS-Landschaften, wo verschiedene Praxisverwaltungssysteme im Einsatz sind. Die standardisierten Schnittstellen ermöglichen einheitliche TI-Integration trotz unterschiedlicher Basissysteme.
Apotheken-Filialnetze und spezialisierte Therapieeinrichtungen mit mehreren Standorten profitieren ebenfalls von der zentralisierten Verwaltung. Physiotherapiepraxen, Ergotherapiezentren oder Logopädie-Einrichtungen mit Filialbetrieb können standardisierte TI-Prozesse über alle Standorte implementieren. Die Cloud-Architektur erleichtert die zentrale Steuerung.
Modern ausgerichtete Praxen mit Cloud-Affinität sollten grundsätzliche Offenheit gegenüber Cloud-Lösungen mitbringen. Wer bereits andere Cloud-Dienste nutzt – etwa Online-Terminbuchung, Cloud-Backup oder digitale Patientenkommunikation – findet in charly e‑Paket eine konsistente Ergänzung der IT-Landschaft. Die Lösung passt zu einer digitalen Praxisstrategie.
Entscheidende Auswahlkriterien:
PVS-Kompatibilität frühzeitig prüfen: Wie gut lässt sich das bestehende Praxisverwaltungssystem anbinden? Standardschnittstellen existieren für gängige Systeme wie CGM, medatixx, Albis und Turbomed. Bei anderen Systemen sollte die Integrationsmöglichkeit vor Vertragsabschluss geklärt werden.
Internetqualität realistisch bewerten: Mindestens 50 Mbit/s symmetrisch sind erforderlich, idealerweise mit redundanter Leitung. Die Internetverbindung wird zur zentralen Lebensader der TI-Infrastruktur.
Cloud- versus On-Premise-Strategie abwägen: Die Entscheidung erfordert Bereitschaft, TI-Infrastruktur in externe Hände zu geben. Die Vorteile – weniger Wartungsaufwand, automatische Updates, keine Hardware-Erneuerungszyklen – müssen die Bedenken bezüglich externer Datenhaltung überwiegen.
Modularer Ausbau oder Komplettpaket: Das flexible Lizenzmodell erlaubt schrittweisen Einstieg mit einzelnen TI-Funktionen oder direkte Implementierung aller Module. Welcher Ansatz passt besser zur Praxisstrategie?
Cloud-First-Ansatz charakterisiert die grundlegende Architektur von charly e‑Paket. Anders als traditionelle TI-Zugänge mit lokaler Konnektor-Hardware funktioniert die Lösung vollständig über Cloud-Services. Die gesamte TI-Funktionalität wird als Software-as-a-Service bereitgestellt. Das bedeutet praktisch: Keine physische Konnektor-Box in der Praxis, keine lokalen Firmware-Updates, keine Hardware-Wartungsverträge. Der Zugriff erfolgt ausschließlich über sichere Internetverbindungen. Diese Architektur reduziert die Komplexität der lokalen IT-Infrastruktur erheblich, macht die Lösung aber vollständig internetabhängig.
Die Software erfüllt alle aktuellen Gematik-Anforderungen für die Telematikinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen. Zertifizierungen liegen für sämtliche relevanten Fachanwendungen vor: Kommunikation im Medizinwesen (KIM), elektronisches Rezept (eRezept), elektronische Patientenakte (ePA), Notfalldatenmanagement (NFDM) und qualifizierte elektronische Signatur (QES). Durch das eigene TI-Testlabor werden neue Gematik-Spezifikationen häufig schneller implementiert als bei Wettbewerbern. Die kontinuierliche Zertifizierung neuer Versionen erfolgt parallel zur Entwicklung, was Zeitvorteile bei neuen TI-Funktionen ermöglicht.
Integration in bestehende Praxis-IT erfolgt über offene Standardschnittstellen. Die API-Architektur basiert auf modernen Standards wie FHIR, HL7 und REST, wodurch verschiedene Praxisverwaltungssysteme angebunden werden können. charly e‑Paket ist herstellerunabhängig – im Unterschied zu integrierten Lösungen, bei denen TI-Modul und PVS eine Einheit bilden. Diese Flexibilität ermöglicht späteren PVS-Wechsel, ohne die TI-Infrastruktur neu aufbauen zu müssen. Für MVZ mit unterschiedlichen PVS-Systemen an verschiedenen Standorten bietet das erhebliche Vorteile. Die Tiefe der Integration hängt allerdings von der Kooperationsbereitschaft des jeweiligen PVS-Herstellers ab.
Solutio GmbH & Co. KG aus Münster positioniert sich als spezialisierter TI-Anbieter im deutschen Gesundheitsmarkt. Das Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern fokussiert seit 2017 ausschließlich auf Telematikinfrastruktur und eHealth-Lösungen. Nach aktuellen Marktzahlen betreibt Solutio über 15% aller KIM-Postfächer im ambulanten Bereich, was zu den führenden Positionen unter den KIM-Anbietern zählt. Das deutet auf starkes Wachstum und zunehmende Marktakzeptanz hin. Die Spezialisierung auf TI als Kerngeschäft unterscheidet Solutio von diversifizierten IT-Anbietern mit breiterem Produktportfolio.
Die Entwicklungsphilosophie basiert auf agilen Methoden mit Release-Zyklen alle vier Wochen. Das eigene TI-Testlabor ermöglicht kontinuierliche Tests neuer Gematik-Spezifikationen parallel zur Entwicklung. Enge Kooperationen mit Gematik und Kassenärztlicher Bundesvereinigung sichern frühzeitigen Zugang zu Spezifikationsentwürfen. Diese Aufstellung ermöglicht schnelle Reaktion auf regulatorische Änderungen – ein entscheidender Faktor in einem stark regulierten Markt wie der TI. Die schnellen Release-Zyklen bringen neue Funktionen zügig in die Produktivumgebung, erfordern aber auch kontinuierliche Anpassungsbereitschaft der Anwender.
"Lean & Green"-Ansatz prägt die Unternehmensphilosophie bei technischen Entscheidungen. Das Hosting erfolgt in CO₂-optimierten deutschen Rechenzentren mit Ökostrom-Versorgung. Die serverlose Container-Architektur reduziert Ressourcenverbrauch gegenüber klassischen Server-Infrastrukturen. Für Praxen mit Nachhaltigkeitsfokus bietet das einen zusätzlichen Entscheidungsfaktor, wenn auch nicht das primäre Auswahlkriterium für TI-Software.
Moderne Container-Architektur auf Basis von Docker und Kubernetes bildet das technische Fundament. Die Software läuft als Microservices, wobei jede TI-Fachanwendung einen eigenständigen Service darstellt. Diese Architektur ermöglicht hohe Skalierbarkeit – zusätzliche Ressourcen werden bei Bedarf automatisch bereitgestellt. Ausfallsicherheit entsteht durch redundante Service-Instanzen: Fällt ein Container aus, übernehmen andere die Last nahtlos. Updates einzelner Module beeinflussen andere Services nicht, was kontinuierlichen Betrieb während Wartungsfenstern erlaubt. Technisch ist dieser Ansatz zukunftssicher, erfordert aber vollständiges Vertrauen in die Cloud-Infrastruktur.
Mehrschichtige Sicherheitsarchitektur erfüllt höchste Standards im Gesundheitswesen. Die TI-Komponenten verfügen über BSI-Zertifizierung, das Hosting erfolgt in ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren ausschließlich in Deutschland. Die Datenübertragung läuft über Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit TLS 1.3. Kryptografische Schlüssel werden in Hardware-Sicherheitsmodulen (HSM) verwaltet. Die Sicherheitsstandards entsprechen den strengen Anforderungen für Gesundheitsdaten – häufig höher als in lokalen Praxisnetzwerken. Trotz technischer Absicherung bleibt es eine Vertrauensentscheidung, sensible Patientendaten extern zu hosten.
Systemvoraussetzungen bleiben minimal im Vergleich zu On-Premise-Lösungen. Hardware-seitig werden benötigt: SMC-B-Karten für die Institution, elektronische Heilberufeausweise (eHBA) für die Ärzte, Kartenlesegeräte und eine stabile Internetverbindung mit mindestens 50 Mbit/s symmetrisch. Eigene Server oder lokale Konnektor-Hardware entfallen. Browser-seitig werden aktuelle Versionen von Chrome, Firefox oder Edge unterstützt. Die niedrige Einstiegshürde bezüglich Hardware senkt Anfangsinvestitionen erheblich, verlagert aber die Abhängigkeit vollständig auf die Internetverbindung.
Modulares Lizenzmodell strukturiert die Preisgestaltung nach aktivierten Funktionen. Eine monatliche Basislizenz deckt die Grundinfrastruktur ab, einzelne TI-Module wie KIM, eRezept oder ePA werden zusätzlich lizenziert. Staffelpreise ab fünf Installationen bieten Mengenrabatte für MVZ und Praxisnetzwerke. Konkrete Preise werden im individuellen Beratungsgespräch genannt – eine im B2B-Gesundheitsmarkt übliche, aber für Erstkontakte weniger transparente Praxis. Die Flexibilität erlaubt schrittweisen Einstieg mit einzelnen Modulen und späteren Ausbau.
Total Cost of Ownership zeigt Vorteile gegenüber On-Premise-Lösungen über mittelfristige Zeiträume. Die Anfangsinvestition fällt niedriger aus, da keine Konnektor-Hardware angeschafft werden muss. Dafür entstehen höhere laufende Lizenzkosten. Über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren ergibt sich häufig eine günstigere Gesamtkostenbilanz, weil entfallen: Hardware-Wartungsverträge, Konnektor-Ersatzbeschaffung nach fünf Jahren, Update-Kosten für Firmware und IT-Administrationszeit für Konnektor-Pflege. Updates sind in der Lizenz enthalten, Support ebenfalls.
Versteckte Kosten sollten bei der Budgetplanung berücksichtigt werden. Schulungszeit für Mitarbeiter zur Einarbeitung in digitale Workflows ist einzuplanen. Eventuelle Anpassungen am Praxisverwaltungssystem für optimale Integration können zusätzliche Kosten verursachen. Eine redundante Internetleitung wird dringend empfohlen und erhöht die Betriebskosten. SMC-B-Karten kosten einmalig etwa 500 Euro, elektronische Heilberufeausweise etwa 125 Euro jährlich. Die Amortisation erfolgt bei mittleren Praxen mit drei bis fünf Ärzten realistisch innerhalb von 12 bis 24 Monaten durch Zeitersparnis und reduzierte Fehlerquoten.
Go-Live-Zeiträume variieren nach Praxisgröße und Komplexität. Für Standardpraxen mit ein bis fünf Ärzten sind drei bis sechs Wochen bis zur Produktivnahme realistisch, vorausgesetzt SMC-B-Karten und elektronische Heilberufeausweise liegen vor. Medizinische Versorgungszentren und Praxisverbünde benötigen zwei bis vier Monate je nach Anzahl der Standorte und Heterogenität der PVS-Landschaft. Der kritische Pfad liegt meist in der Anbindung des Praxisverwaltungssystems, nicht in der Cloud-Einrichtung selbst. Die technische Konfiguration der Cloud-Komponenten erfolgt typischerweise innerhalb weniger Tage.
Minimaler interner IT-Aufwand ist erforderlich, da keine lokale Installation erfolgt. Praxen benötigen keinen TI-Spezialisten im Team. Die Konfiguration läuft webbasiert mit Unterstützung durch Solutio-Projektmanager beim initialen Setup. Die bestehende IT – intern oder externer Dienstleister – muss primär die Integration mit dem Praxisverwaltungssystem koordinieren. Das ist der Hauptaufwand während der Migration. Schulungen für Mitarbeiter erfolgen online oder vor Ort, typischerweise im Umfang von zwei bis vier Stunden je nach Funktionsumfang. Die Einarbeitung fällt deutlich kürzer aus als bei komplexen PVS-Wechseln.
Change Management stellt häufig die größere Herausforderung dar als die technische Migration. Mitarbeiter müssen etablierte Arbeitsabläufe anpassen: elektronische Rezepte statt Papierausdrucke, KIM-Nachrichten statt Faxverkehr, digitale Arztbriefe statt postalischer Versand. Die technische Umstellung läuft überschaubar ab, die organisatorische Veränderung erfordert Begleitung. Erfolgreiche Migrationen nutzen Pilotphasen mit ausgewählten Mitarbeitern, klare Kommunikation über Vorteile und Aufwände sowie zeitnahe Unterstützung bei Problemen. Widerstand gegen digitale Workflows lässt sich durch frühzeitige Einbindung und transparente Information reduzieren.
Vorteile:
Minimaler IT-Wartungsaufwand vor Ort entlastet Praxen erheblich. Keine Konnektor-Hardware bedeutet: keine lokalen Firmware-Updates, keine Zertifikats-Probleme mitten im Praxisbetrieb, keine Hardware-Defekte mit Ausfallzeiten. Die Cloud-Architektur eliminiert etwa 80% der technischen Komplexität traditioneller TI-Zugänge. Besonders für Praxen ohne eigene IT-Abteilung stellt das den Hauptnutzen dar.
Zukunftssichere Technologiebasis durch Microservices, FHIR-Support und agile Entwicklungsmethodik. Die Architektur ist für kommende TI-Anforderungen vorbereitet. Wenn die Gematik neue Fachanwendungen spezifiziert, gehört charly e‑Paket häufig zu den ersten zertifizierten Lösungen. Das reduziert Anpassungsaufwand bei regulatorischen Änderungen.
Flexibilität bei der PVS-Wahl unterscheidet die Lösung von integrierten Ansätzen. Praxen sind nicht an einen Praxisverwaltungssystem-Hersteller gebunden. Das ermöglicht späteren Systemwechsel ohne TI-Neuaufbau. Für MVZ mit verschiedenen PVS-Systemen an unterschiedlichen Standorten bietet das erhebliche Vorteile.
Automatisierte Prozesse für Zertifikatsverwaltung und Updates reduzieren administrativen Aufwand kontinuierlich. Was bei anderen Lösungen regelmäßige manuelle Eingriffe erfordert, läuft automatisiert ab. Das verhindert Betriebsunterbrechungen durch vergessene Zertifikatsverlängerungen.
Zentrale Verwaltung mehrerer Standorte über eine Oberfläche vereinfacht das Management für MVZ und Praxisnetzwerke. Einheitliche Prozesse über alle Standorte hinweg reduzieren Schulungsaufwand und Fehlerquoten.
Herausforderungen:
Absolute Internetabhängigkeit bildet die zentrale Schwachstelle. Ohne funktionierende Internetverbindung stehen TI-Funktionen nicht zur Verfügung. Offline-Funktionalität existiert nicht. Eine redundante Internetleitung ist faktisch erforderlich, was zusätzliche Kosten verursacht. In ländlichen Regionen mit instabiler Internetinfrastruktur kann das zum kritischen Problem werden.
PVS-Integration kann aufwendig ausfallen trotz offener APIs. Bei älteren oder sehr spezialisierten Praxisverwaltungssystemen erfordert die Anbindung möglicherweise Entwicklungsaufwand. Die Integrationsmöglichkeiten sollten vor Vertragsabschluss mit dem PVS-Anbieter geklärt werden. Nicht alle Hersteller kooperieren gleich intensiv bei Schnittstellen-Anpassungen.
Cloud-Akzeptanz im Team ist nicht selbstverständlich. Datenschutzbedenken, Gewohnheit an lokale Systeme und Skepsis gegenüber externer Datenhaltung können Widerstände auslösen. Das erfordert Change Management und transparente Kommunikation über Sicherheitskonzepte. Die technische Sicherheit mag hoch sein – das Vertrauen muss erst aufgebaut werden.
Preistransparenz fehlt in öffentlich zugänglichen Informationen. Konkrete Kostenkalkulationen sind erst nach Beratungsgesprächen möglich. Das erschwert initiale Budgetplanung und Anbietervergleiche. Entscheidungsprozesse verlängern sich dadurch.
Vendor Lock-in besteht wie bei allen Cloud-Lösungen. Ein späterer Wechsel zu einem anderen TI-Anbieter erfordert erneute Migration. Die Abhängigkeit von Solutio als Service-Provider ist vollständig – bei Unzufriedenheit gibt es keine schnelle Exit-Strategie ohne Betriebsunterbrechung.
Bei Ausfall der Internetverbindung stehen TI-Funktionen nicht zur Verfügung. Es existiert keine Offline-Funktionalität, die über längere Zeiträume funktioniert. KIM-Nachrichten können weder gesendet noch empfangen werden, eRezepte nicht ausgestellt, eArztbriefe nicht verschickt. Das Praxisverwaltungssystem selbst läuft davon unabhängig weiter, sofern es lokal installiert ist. Deshalb wird eine redundante Internetanbindung dringend empfohlen – beispielsweise DSL als Hauptleitung mit LTE-Backup. Die meisten Praxen nutzen mittlerweile Glasfaser- oder VDSL-Anschlüsse mit hoher Verfügbarkeit, sodass längere Ausfälle selten vorkommen. Trotzdem sollte ein Notfallplan für den Ausnahmefall existieren.
Die Sicherheitsarchitektur erfüllt höchste Standards für Gesundheitsdaten. BSI-zertifizierte TI-Komponenten, ISO-27001-zertifizierte Rechenzentren in Deutschland, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit TLS 1.3 und Hardware-Sicherheitsmodule für Schlüsselverwaltung bilden mehrere Sicherheitsebenen. Die Datenhaltung erfolgt ausschließlich in deutschen Rechenzentren unter DSGVO-konformer Auftragsverarbeitung. Technisch sind die Sicherheitsstandards häufig höher als in lokalen Praxisnetzen, wo Updates manchmal verzögert werden und Firewall-Konfigurationen nicht optimal sind. Trotzdem bleibt es eine Vertrauensentscheidung, sensible Daten extern zu hosten. Die Sicherheit ist gewährleistet – das Vertrauen muss jede Praxis individuell entwickeln.
In den meisten Fällen ja. Standardschnittstellen existieren für verbreitete Systeme wie CGM, medatixx, Albis und Turbomed. Bei anderen PVS-Systemen erfolgt die Anbindung über FHIR- oder HL7-Adapter. Die Integrationsmöglichkeit sollte vor Vertragsabschluss konkret geklärt werden – sowohl mit Solutio als auch mit dem PVS-Anbieter. Die Tiefe der Integration variiert: Manche Systeme erlauben nahtlose Einbindung mit automatischem Dokumenten-Routing, bei anderen erfolgt die Anbindung über manuelle Schritte. Je besser die Kooperation zwischen PVS-Hersteller und TI-Anbieter, desto reibungsloser die Integration. Ein Praxiswechsel ist nicht erforderlich, aber die Qualität der Anbindung beeinflusst die Alltagstauglichkeit erheblich.
Bei Standardpraxen mit ein bis fünf Ärzten dauert der Prozess typischerweise drei bis sechs Wochen, vorausgesetzt die erforderlichen Karten liegen vor. SMC-B-Karten und elektronische Heilberufeausweise müssen häufig erst beantragt werden, was zusätzliche Wochen in Anspruch nehmen kann. Die Cloud-Konfiguration selbst erfolgt innerhalb weniger Tage. Der Großteil der Zeit entfällt auf PVS-Anbindung und Mitarbeiterschulung, nicht auf technisches Setup. Medizinische Versorgungszentren mit mehreren Standorten benötigen zwei bis vier Monate, abhängig von Komplexität und Anzahl der Standorte. Die Zeitplanung sollte realistisch sein – überstürzte Migration erhöht Fehlerrisiken. Pilotphasen mit einzelnen Ärzten oder Standorten vor Vollausbau haben sich bewährt.
Konkrete Preise werden erst im individuellen Beratungsgespräch genannt, da die Kosten von aktivierten Modulen und Anzahl der Nutzer abhängen. Rechnen Sie mit einer monatlichen Basislizenz plus Kosten für einzelne TI-Module wie KIM, eRezept oder ePA. Zusätzliche Ausgaben entstehen für: SMC-B-Karten (einmalig etwa 500 Euro), elektronische Heilberufeausweise (etwa 125 Euro jährlich je Arzt), eventuelle PVS-Anpassungen und idealerweise eine redundante Internetleitung. Bei mittleren Praxen mit drei bis fünf Ärzten erfolgt die Amortisation erfahrungsgemäß innerhalb von 12 bis 24 Monaten durch Effizienzgewinne – weniger Papieraufwand, schnellere Kommunikation, reduzierte Fehlerquoten. Die Gesamtkosten über fünf Jahre fallen häufig niedriger aus als bei On-Premise-Lösungen mit Hardware-Erneuerungszyklen.
Die Lösung ist primär für ambulante Einrichtungen bis mittlere MVZ-Größe konzipiert. Für Großkrankenhäuser ab etwa 300 Betten mit hochindividuellen Anforderungen, komplexen Abteilungsstrukturen und integrierten Krankenhausinformationssystemen ist charly e‑Paket weniger geeignet. Die Standardisierung, die für kleine bis mittlere Einrichtungen ein Vorteil ist, wird für Großstrukturen zur Einschränkung. Krankenhäuser benötigen häufig tiefere Integration in Labor-, Radiologie- und Apotheken-Systeme sowie spezielle Workflows für stationäre Prozesse. Für solche Anforderungen existieren spezialisierte Krankenhaus-TI-Lösungen mit entsprechender Komplexität und Anpassungsfähigkeit.
Fazit zur Entscheidungsfindung: charly e‑Paket eignet sich besonders für Praxen, die TI-Komplexität reduzieren und Wartungsaufwand minimieren möchten, ohne Kompromisse bei Funktionsumfang oder Sicherheit einzugehen. Die Cloud-Architektur bietet erhebliche Vorteile für Einrichtungen ohne eigene IT-Abteilung. Die Internetabhängigkeit muss aber bewusst durch redundante Leitungen abgesichert werden. Wer Cloud-Technologie grundsätzlich ablehnt oder in Regionen mit instabiler Internetversorgung arbeitet, sollte alternative Ansätze prüfen. Für alle anderen stellt die Lösung eine zukunftssichere Plattform dar, die mit den wachsenden TI-Anforderungen mitwächst.
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