Moderne Rohrleitungsplanungs-Software unterstützt Planer bei der Entwicklung komplexer Leitungssysteme. Die Funktionen gliedern sich in verschiedene Arbeitsbereiche:
3D-Modellierung und Design
Dokumentation und Ausgabe
Analyse und Prüfung
Datenmanagement und Zusammenarbeit
Integration von Design und Engineering Spezialisierte Rohrleitungsplanungs-Software verbindet geometrisches Design mit technischem Engineering. Anders als reine CAD-Programme verstehen diese Systeme die Logik von Rohrleitungsnetzen – sie kennen Fließrichtungen, Druckverluste und Materialanforderungen. Die Software kann dadurch nicht nur zeichnen, sondern auch ingenieurmäßig prüfen und auswerten. Eine Einschränkung besteht jedoch bei hochkomplexen Berechnungen, die oft spezialisierte FEM-Programme erfordern.
Normgerechte Arbeitsweise Die meisten Systeme sind mit umfangreichen Norm-Datenbanken ausgestattet, die internationale Standards wie DIN, ASME oder ISO abbilden. Komponenten werden automatisch normkonform dimensioniert und dokumentiert. Dies reduziert Planungsfehler erheblich, erfordert jedoch regelmäßige Updates der Normbibliotheken, die nicht immer automatisch erfolgen.
Durchgängige Datenmodelle Führende Lösungen arbeiten mit objektorientierten Datenmodellen, in denen jede Rohrleitung mehr als nur Geometrie darstellt. Sie enthält Informationen zu Material, Nennweite, Isolierung, Druckstufe und Medien. Diese Intelligenz ermöglicht automatisierte Auswertungen und erleichtert spätere Änderungen. Die Komplexität dieser Datenmodelle kann allerdings bei kleinen Projekten als überproportionaler Aufwand empfunden werden.
Visualisierung für Stakeholder Moderne Systeme bieten realistische 3D-Visualisierungen und Walk-Through-Funktionen, die auch technisch weniger versierten Projektbeteiligten Verständnis ermöglichen. Einige Lösungen unterstützen auch Virtual Reality für immersive Projektreviews. Diese Funktionen setzen jedoch entsprechende Hardware-Ressourcen voraus.
Anlagenbauer und Industrieanlagen-Engineering Unternehmen, die verfahrenstechnische Anlagen planen, profitieren am stärksten von spezialisierter Rohrleitungsplanungs-Software. Die komplexen Anforderungen an Materialspezifikationen, Druckstufen und Dokumentation rechtfertigen die Investition in Spezialsoftware. Besonders bei Anlagen mit mehreren hundert Rohrleitungen übersteigt der Nutzen deutlich die Lizenzkosten.
TGA-Planungsbüros mit Schwerpunkt Industrie Planungsbüros, die industrielle Gebäudetechnik oder produktionsnahe Versorgungssysteme entwickeln, benötigen die Leistungsfähigkeit solcher Systeme. Für reine Sanitär- oder Heizungsplanung in Wohngebäuden sind diese Werkzeuge oft überdimensioniert – hier reichen meist spezialisierte TGA-Lösungen.
Engineering-Abteilungen von Betreibergesellschaften Unternehmen mit eigenem Engineering für Bestandsanlagen nutzen Rohrleitungsplanungs-Software für Dokumentation und Modernisierung. Die durchgängigen Datenmodelle erleichtern das Anlagenmanagement über Jahrzehnte. Der Return on Investment zeigt sich hier in reduziertem Planungsaufwand bei Umbauten.
Projektteams mit internationaler Zusammenarbeit Projekte, an denen mehrere Standorte oder externe Partner beteiligt sind, profitieren von standardisierten Datenformaten und Multi-User-Funktionen. Die Software wird zum gemeinsamen Kommunikationsmedium, das Missverständnisse minimiert.
Wichtige Auswahlkriterien:
Rohrleitungsplanung ist eine ingenieurwissenschaftliche Disziplin, die mechanisches Design, Verfahrenstechnik und Bauplanung verbindet. Sie umfasst die Entwicklung von Leitungssystemen für Gase, Flüssigkeiten und Feststoffe in industriellen Anlagen, Kraftwerken, chemischen Produktionsstätten und der Gebäudetechnik.
Der Planungsprozess beginnt mit der Analyse der Verfahrensanforderungen: Welche Medien müssen transportiert werden? Welche Volumenströme, Drücke und Temperaturen sind erforderlich? Darauf aufbauend erfolgt die Materialauswahl – von einfachen Stahlrohren bis zu hochlegierten Sonderwerkstoffen