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Mietrecht | Wohnungs- & Gewerberaummietrecht | Verzug |Betriebskostenabrechnung | KĂŒndigung

MIETRECHT (Wohnungs- und Gewerberaummietrecht)

Als Teilgebiet des Mietrechts wollen wir Sie im nachfolgenden Beitrag ĂŒber das Wohnungs- und Gewerberaummietrecht informieren. Sollten Sie die fĂŒr Sie passende Information nicht finden, nehmen wir auch hier gern Ihre Anregungen fĂŒr weiterfĂŒhrende EintrĂ€ge entgegen oder verweisen Sie an unseren kompetenten Partner in Sachen Immobilienrecht und damit Ihren Fachanwalt fĂŒr Mietrecht, Herrn Rechtsanwalt Stephan Scharlach.

Wir möchten Ihnen dieses Thema aus dem Blickpunkt des Vermieters bzw. der Hausverwaltung nĂ€her bringen. Ein Informationspool fĂŒr Mieter stellt dieser Eintrag dennoch dar.

Das Mietrecht regelt zunÀchst die Beziehung des Vermieters zu dem Mieter, ganz gleich, ob die Verwaltung der Mietobjekte durch eine Hausverwaltung organisiert wird. Diese tritt in diesem Fall dann wie der Vermieter auf. Regelungen hierzu finden sich in den §§ 535 ff. BGB.

Ein MietverhĂ€ltnis wird stets durch einen Mietvertrag begrĂŒndet und ist die Grundlage aller weiteren Rechte und Pflichten des Vermieters und Mieters im VerhĂ€ltnis zu der anderen Vertragspartei. Mit Abschluss des Mietvertrages wird ein schuldrechtliches VerhĂ€ltnis begrĂŒndet, in welchem der Vermieter dem Mieter die Immobilie zur Nutzung ĂŒberlĂ€sst und sich der Mieter zu regelmĂ€ĂŸigen Mietzahlungen verpflichtet.

 

Maßgeblich fĂŒr alle weiteren Überlegungen ist die Klarheit, ob es sich bei dem Vertrag, um einen Mietvertrag ĂŒber Wohn- oder Gewerberaum handelt. Das Wohnraummietrecht ist Mieterschutzrecht, welches den Mieter vor der WillkĂŒr des Vermieters schĂŒtzen soll. Der private Mieter gilt in der Rechtsprechung als schwĂ€chere Vertragspartei und ist damit als schutzbedĂŒrftig anzusehen.

Dieser Aspekt fehlt im Gewerberaummietrecht gÀnzlich, da von einem gleich gelagerten KrÀfteverhÀltnis der Vertragsparteien ausgegangen wird.

Dabei ist die Titulierung des Vertrages nicht maßgeblich, sondern im Zweifelsfall entscheidet der Vertragszweck ĂŒber die Einordnung (OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 16.06.2010, Az.: 2 U 220/09, https://www.iww.de/quellenmaterial/id/48214). Über die Besonderheit und rechtliche Problematik des MischmietverhĂ€ltnisses informieren wir Sie gern gesondert.

 

Wir wollen Ihnen nicht die Zeit rauben und Ihnen als bereits auf dem Immobilienmarkt tĂ€tige Vermieter oder Hausverwaltung erklĂ€ren, wie Sie Ihre MietvertrĂ€ge gestalten. Im Rahmen des Wohn- und Gewerbemietrechts möchten wir Sie mit drei Problemfeldern (Zahlungsverzug, KĂŒndigung/RĂ€umung, Betriebskostenabrechnung) vertraut machen, die auch der Anwaltskanzlei um Rechtsanwalt Stephan Scharlach, Fachanwalt fĂŒr Mietrecht und Immobilien sowie Bau- und Architektenrecht, im Arbeitsalltag immer wieder begegnen.

Verzug von Mietzahlungen

Ein Ärgernis, welches wahrscheinlich jeder Vermieter und jede Hausverwaltung aus der Praxis kennt, doch wann spricht man ĂŒberhaupt von Zahlungsverzug?

GrundsĂ€tzlich gerĂ€t der Mieter in Verzug, wenn die Miete nicht oder nicht in voller Höhe zum vertraglich vereinbarten oder gesetzlichen Zeitpunkt geleistet wird. In der Regel enthalten MietvertrĂ€ge die Bestimmung, dass die Miete jeweils zum dritten Werktag eines jeden Monats im Voraus zu entrichten ist. FĂŒr MietvertrĂ€ge die ab dem 01.09.2001 geschlossen wurden, regelt das BGB dies entsprechend (vgl. § 556 b BGB, https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__556b.html). Ohne eine Verpflichtung Ihrerseits den offenen Betrag anzumahnen, gerĂ€t der Mieter mit Ablauf des dritten Werktages automatisch in Verzug.

Einzig bei MietvertrÀgen, die vor dem 01.09.2001 geschlossen wurden und keine vertragliche Bestimmung zur Mietzahlung enthÀlt, tritt der Zahlungsverzug mit Beginn des ersten eines Monats ein, da das BGB hier eine Zahlfrist zum Ende des jeweiligen Monats vorsieht.

 

Praxistipp: Mahnen Sie Ihren Mieter dennoch schriftlich an, können Sie fĂŒr das Mahnschreiben einen Pauschalbetrag von 2,50 EUR geltend machen. Kann Ihnen der Mieter einen geringeren Verzugsschaden als diesen Pauschalbetrag nachweisen, gilt dieser (BGH, Urteil vom 23.11.2005, Az. VIII ZR 154/04, https://www.iww.de/quellenmaterial/id/3540).

 

Ob Sie das gerichtliche Mahnverfahren gegen Ihren Mieter einleiten, bleibt Ihrer Praxiserfahrung ĂŒberlassen.

 

Bitte beachten Sie, dass kein Zahlungsverzug eintritt, wenn der Mieter von seinem gesetzlich verankerten Recht auf Mietminderung Gebrauch macht oder seine Zustimmung zur Mieterhöhung verweigert hat.

KĂŒndigung des Mietvertrages aufgrund von Zahlungsverzug

Hier ist es erneut nötig, zwischen dem Wohnraum- und Gewerbemietvertrag zu unterscheiden und verweisen erneut auf das gesetzliche reglementierte SchutzbedĂŒrfnis von Mietern im Rahmen der Anmietung von Wohnraum.

Befassen wir uns zunÀchst mit dem Wohnraummietvertrag:

Ein einmaliger Zahlungsverzug versetzt Sie noch nicht in das Recht, den Mietvertrag zu kĂŒndigen.

Eine KĂŒndigung ist dann gerechtfertigt, wenn der Mieter an zwei aufeinanderfolgenden Terminen mit der Zahlung von mehr als einer Monatsmiete (§ 543 Abs. 2 Satz 3a BGB, https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__543.html) oder ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum in Höhe von zwei Monatsmieten in Verzug geraten ist. FĂŒr die erst genannte Variante ist es so zum Beispiel schon ausreichend, wenn der MietrĂŒckstand eine Monatsmiete und 1 Cent betrĂ€gt. Die Miete setzt sich hierbei immer aus der Nettokaltmiete und der Nebenkostenvorauszahlung bzw. Nebenkostenpauschale zusammen. Nachforderungen aus Nebenkostenabrechnungen oder ErsatzansprĂŒche des Vermieters spielen bei der Feststellung des MietrĂŒckstandes keine Rolle.

 

Unter den vorgenannten Bedingungen ist der Vermieter bzw. die Hausverwaltung berechtigt, die fristlose KĂŒndigung auszusprechen bzw. schriftlich zu erteilen. Warten Sie hier jedoch unbedingt den Zahlungsverzug ab!

Zahlt der Mieter den RĂŒckstand wird ihre fristlose KĂŒndigung gegenstandslos. Diese Möglichkeit wird dem Mieter einmal alle zwei Jahre eingerĂ€umt.

Bestehen die AußenstĂ€nde weiterhin und der Mieter kommt seiner Verpflichtung zur RĂ€umung und Überlassung der Mietsache nach einer angemessenen Fristsetzung von 1 – 2 Wochen nach Zugang der KĂŒndigung (LG Baden-Baden, Beschluss vom 22.05.1995, Az.: 1 T 32/95) nicht nach, kann es sinnvoll sein, RĂ€umungsklage bei dem zustĂ€ndigen Amtsgericht, in dessen Bezirk sich die Wohnung befindet, einzureichen. Herr Rechtsanwalt Stephan Scharlach  berĂ€t Sie hierzu und in allen anderen verfahrensrechtlichen Angelegenheiten gern.

Auch im Falle der RĂ€umungsklage wird dem Mieter bzw. Schuldner nachgelassen, die offenen Miete noch zwei Monate nach Zustellung der Klage vollstĂ€ndig auszugleichen, um damit das Verfahren vor Gericht und die fristlose KĂŒndigung abzuwenden. Diese Nachzahlung kann auch von dem sich zur Zahlung verpflichtenden Sozialamt innerhalb genannter Frist vorgenommen werden.

Mit der erfolgreichen Beendigung des Verfahrens auf Herausgabe und RĂ€umung der Wohnung liegt Ihnen nun ein rechtskrĂ€ftiger Titel vor. Mit diesem können Sie nun den Gerichtsvollzieher mit der RĂ€umung der Wohnung beauftragen. Ein entsprechender Antrag ist bei der Verteilerstelle fĂŒr GerichtsvollzieherauftrĂ€ge des Amtsgerichtes zu stellen und unterliegt dem Formularzwang.

 

Die Anwendbarkeit der vorstehenden AusfĂŒhrungen ist auch auf den Zahlungsverzug der Kaution von mindestens 2 Nettokaltmieten adaptierbar.

Zahlungsverzug bei GewerberaummietvertrÀgen

Hier seht das BGB, im Gegensatz zu MietvertrĂ€gen ĂŒber Wohnraum, keine explizite Regelung vor. Die Verzugsregeln finden hier zwar entsprechend Anwendung, auf welche Höhe sich der Zahlungsverzug jedoch belaufen muss, um eine fristlose KĂŒndigung erteilen zu können, ist nicht klar geregelt. Im Einzelfall kann bereits der MietrĂŒckstand von weniger als einer Monatsmiete eine fristlose KĂŒndigung rechtfertigen. In jedem Falle lĂ€sst sich jedoch festhalten, dass die Verzugshöhen im Bereich des Wohnungsmietrecht auch hier greifen und verweisen Sie hierzu noch einmal auf den vorhergehenden Abschnitt zum Zahlungsverzug bei WohnraummietvertrĂ€gen.

Weitere KĂŒndigungsgrĂŒnde

Der VollstĂ€ndigkeit halber wollen wir hier noch weitere wichtige GrĂŒnde fĂŒr die KĂŒndigung des Mietvertrages durch den Vermieter auffĂŒhren, denn entgegen zu gesetzlichen Regelung der KĂŒndigungsfrist fĂŒr den Mieter, hat es der Vermieter oder seine Hausverwaltung oft schwer, das VertragsverhĂ€ltnis aufzulösen.

 

  • fortwĂ€hrend unpĂŒnktliche Zahlung des Mieters als „schwerwiegende Vertragsverletzung“ (BGH, Urteil vom 11.01.2006 – VIII ZR 364/04, https://openjur.de/u/81927.html)
  • Hier sollte der Mieter jedoch vor der KĂŒndigung bereits einmal abgemahnt worden sein.
  • Störung des Hausfriedens durch den Mieter verursacht Unzumutbarkeit (beachten Sie Ihre Beweispflicht und fĂŒhren Sie unter Zuhilfenahme von Zeugen Protokoll ĂŒber die Störungen des Mieters)
  • schwerwiegende VernachlĂ€ssigung der Sorgfaltspflicht fĂŒr die Mietsache
  • Mahnen Sie auch hier zuvor den Mieter an und setzen Sie eine angemessene Frist zur Änderung seines Verhaltens)
  • unerlaubte Untervermietung (Ausnahme: Einzug eines engen Familienmitgliedes)
  • Betrieb eines Gewerbes in der Wohnung (der Gewerbebetrieb sollte nach außen hin bemerkbar sein)
  • Eigenbedarf (hierbei sind vernĂŒnftige nachvollziehbare GrĂŒnde anzufĂŒhren)
  • das MietverhĂ€ltnis verhindert die angemessene wirtschaftliche Verwertung des GrundstĂŒckes

 

Diese GrĂŒnde sind natĂŒrlich auch begrenzt bei einem Gewerbemietvertrag anwendbar, hier gilt es aber ferner zu beachten, dass GewerberaummietvertrĂ€ge stets mit einer gesetzlichen Frist von 6 Monaten gekĂŒndigt werden können, gesetzt dem Fall der Mietvertrag enthĂ€lt keine dem widersprechende Regelung.

Immer wieder mit zahlreichen Fragen behaftet, immer wieder brisant –

Die Betriebskostenabrechnung

Was mĂŒssen Sie beachten, welche Fristen gelten, darf ĂŒberhaupt eine Betriebskostenabrechnung gestellt werden und wie rechnen Sie richtig ab? Jahrelange Praxis schĂŒtzt vor Konflikten nicht, sodass es zunĂ€chst unser Anliegen ist, Sie ĂŒber die gĂ€ngige Handhabung von Betriebskostenabrechnungen zu informieren.

 

Betriebskosten sind zunĂ€chst einmal all jene Kosten, die bei dem EigentĂŒmer als Kosten des GrundstĂŒcks bzw. der Immobilie anfallen und Bewirtschaftungskosten gemĂ€ĂŸ § 1 Betriebskostenverordnung (Direktlink, https://www.gesetze-im-internet.de/betrkv/__1.html) sind. Bei Vermietung werden diese Kosten zumeist auf den Mieter umgelegt und begrĂŒnden Ihren Erstattungsanspruch. § 556 Abs. 2 Satz 1 BGB sieht vor, dass diese Kosten entweder als eine Vorauszahlung oder eine Pauschale entrichtet werden. Sind die Betriebskosten als Pauschale vereinbart, gelten alle Kosten als abgegolten. PrĂŒfen Sie also dahingehend den geschlossenen Mietvertrag und bestimmen demnach Ihren Anspruch.

Die Betriebskostenvereinbarung im Mietvertrag

Ferner muss die Umlage der Betriebskosten hinreichend vertraglich bestimmt sein. Es ist nicht ausreichend, den Mieter darauf hinzuweisen und vertraglich abzusichern, dass er die â€žĂŒblichen Nebenkosten der Wohnung“ zu tragen habe. Der BGH rĂ€t, diese Kosten immer als „Betriebskosten“ zu benennen

Hier steht es Ihnen frei, die Betriebskosten einzeln aufzufĂŒhren oder lediglich auf die Anlage zu § 27 II. BV (Direktlink, https://www.gesetze-im-internet.de/bvo_2/__27.html) bzw. auf den Katalog in § 2 BetrkV (Direktlink, https://www.gesetze-im-internet.de/betrkv/__2.html) zu verweisen, ohne diese dem Mietvertrag beizufĂŒgen. „Sonstige Betriebskosten“ nach § 2 Nr. 17 BetrKV (Direktlink, https://www.gesetze-im-internet.de/betrkv/__2.html) erfordern eine ausdrĂŒckliche Vereinbarung und mĂŒssen damit explizit aufgefĂŒhrt sein, welches das sind, erlĂ€utern wir in unserem Unterpunkt „Was sind umlagefĂ€hige Kosten?“

Die Angabe des UmlageschlĂŒssels ist nicht zwingend erforderlich, ist nichts anderes vereinbart, erfolgt die Umlage der Kosten nach dem Anteil der WohnflĂ€che. Ist das Vermietungsobjekt mit mit GerĂ€ten zur Verbrauchsmessung ausgestattet, ist die Abrechnung verbrauchsabhĂ€ngig vorzunehmen.

Fristen fĂŒr die Betriebskostenabrechnung

Prinzipiell gilt: Die Betriebskostenabrechnung muss spĂ€testens ein Jahr nach dem Ende des Abrechnungszeitraums den Mieter erreicht haben. Geht man also von einem Abrechnungszeitraum 01.01.2017 bis 31.12.2017 aus, können Sie noch bis zum 31.12.2018 die Abrechnung Ihrem Mieter zukommen lassen. VerspĂ€tete Betriebskostenabrechnungen sind unwirksam und machen Ihren Erstattungsanspruch bei der Vereinbarung einer Betriebskostenvorauszahlung nichtig. Diese Frist gilt im Übrigen auch, wenn Ihr Mieter zwischenzeitlich ausgezogen.

Bezeichnete Regelung findet sowohl in der Vermietung von Wohnraum als auch von GewerbeflÀchen Anwendung.

Hinweis von Rechtsanwalt Stephan Scharlach:

Ergibt sich aus der verspĂ€teten Abrechnung ein Guthaben fĂŒr den Mieter sind Sie trotz des Fristablaufs verpflichtet, das Guthaben auszuzahlen!

Der Abrechnungszeitraum betrĂ€gt immer 12 Monate und kann vertraglich weder verlĂ€ngert noch verkĂŒrzt werden. Welcher Beginn fĂŒr diesen Zeitraum gewĂ€hlt wird, spielt jedoch keine Rolle.

Kommt der Vermieter seiner Pflicht auf Erteilung einer Betriebskostenabrechnung nicht nach, unterliegt der Anspruch des Mieters auf AushĂ€ndigung der Nebenkostenabrechnung der regelmĂ€ĂŸigen VerjĂ€hrungspflicht von drei Jahren ab Ende der Abrechnungsfrist. Ziehen wir also noch einmal obiges Beispiel zu Rate, verjĂ€hrt die Forderung des Mieters auf Erteilung der Betriebskostenabrechnung am 31.12.2021.

Auch der Anspruch des Vermieters aus einer Nebenkostenabrechnung verjÀhrt nach drei Jahren und beginnt mit dem Ablauf des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, er entsteht jedoch erst mit der Erteilung einer wirksamen Betriebskostenabrechnung.

Formale Anforderungen an eine Betriebskostenabrechnung

ÜberprĂŒfen Sie die von Ihnen erstellte Betriebskostenabrechnung auf folgende formale Mindestanforderungen:

Sind Absender und Adressat in der Abrechnung benannt?

Sind Objekt und Abrechnungszeitraum aufgefĂŒhrt?

Werden die Gesamtkosten aufgezeigt?

Ist der UmlageschlĂŒssel angegeben und erlĂ€utert?

Wurde der jeweilige Mieteranteil an den einzelnen Kosten berechnet und ebenfalls angegeben?

Wurden die Betriebskostenvorauszahlungen zum Abzug gebracht?

Ist das Guthaben oder der Nachzahlbetrag ausgewiesen?

Können Sie hinter diese Fragen jeweils einen Haken setzen, entspricht Ihre Betriebskostenabrechnungen höchstwahrscheinlich den formalen Anforderungen.

Inhaltliche (materielle) Richtigkeit von Betriebskostenabrechnungen

Auch hier möchten wir Ihnen eine kurze Checkliste an die Hand geben:

Sind die aufgefĂŒhrten Kosten tatsĂ€chlich umlagefĂ€hig?

Entspricht der VerteilungsschlĂŒssel der Vereinbarung im Mietvertrag?

Haben sich Rechenfehler eingeschlichen?

Hinweis von Rechtsanwalt Stephan Scharlach:

Inhaltliche Fehler können stets korrigiert werden, formale Fehler bedeuten, dass die Betriebskostenabrechnung neu erstellt werden muss. Bitte beachten Sie diese Anmerkung, wenn es um die Wahrung der Fristen zur Erteilung der Betriebskostenabrechnung geht.

Was sind umlagefÀhige Kosten?

ZunĂ€chst einmal das A und O einer jeder Nebenkostenabrechnung. Unter Verweis auf § 2 BetrkV (Direktlink, https://www.gesetze-im-internet.de/betrkv/__2.html) stellen wir Ihnen diese gern noch einmal tabellarisch zur VerfĂŒgung.

 

Kostenart WeiterfĂŒhrende ErlĂ€uterung
Grundsteuer ist eine „öffentliche Last des GrundstĂŒcks“
AbwassergebĂŒhren in der Betriebskostenverordnung „EntwĂ€sserung des GrundstĂŒcks“ genannt
Warme Betriebskosten sĂ€mtliche Kosten fĂŒr Heizung und Warmwasser
Aufzug umlagefÀhig auf ALLE Mieter, auch jene im EG (BGH, Urteil vom 20.09.2206, Az.: VIII ZR 103/06, https://openjur.de/u/80471.html)
Straßenreinigung und MĂŒllabfuhr Ausnahme: Anschaffungskosten fĂŒr MĂŒlltonnen
GebÀudereinigung und Ungezieferbeseitigung
Gartenpflege
Beleuchtungskosten Stromkosten fĂŒr den Außenbereich und der von den Mietern gemeinschaftlich genutzten GebĂ€udeteile
Sach- und Haftpflichtversicherung GebĂ€ude-, Glas-, bestimmte Haftpflichtversicherungen, Kosten der GebĂ€udeversicherung fĂŒr Photovoltaikanlage
Hausmeisterkosten Reparaturen oder der Hausmeister als Postbote fĂŒr den Vermieter oder die Hausverwaltung sind nicht umlagefĂ€hig
Fernsehen, Antenne oder Kabelanschluss „Gemeinschafts-Antennenanlage und Breitbandnetz“ in der Betriebskostenverordnung
Waschraum gemeinschaftliche WaschkĂŒche

Sind sie im Mietvertrag genau aufgefĂŒhrt, können auch folgende Positionen beispielsweise als „sonstige Betriebskosten“ umlagefĂ€hig sein:

 

  • Trinkwasseranalyse
  • Wartungskosten fĂŒr brandschutztechnische Anlagen (Rauchwarnmelder, Sprinkleranlagen), Blitzschutzanlagen
  • laufende Kosten fĂŒr Bereitschaftsdienste, Pförtner oder VideoĂŒberwachungsanlage
  • ÜberprĂŒfungskosten fĂŒr Gasleitungen und Abwasserrohre
  • regelmĂ€ĂŸige Reinigung von Dachrinnen etc.

Wir möchten Sie noch einmal darauf hinweisen, dass diese Kosten nur dann umlagefĂ€hig sind, wenn sie auch im Mietvertrag ausdrĂŒcklich aufgefĂŒhrt wurden. Eine Ausnahme stellt hier nur die stillschweigende Vereinbarung dar. Sind die Kosten ĂŒber einen Zeitraum von mindestens drei Jahren anstandslos gezahlt worden, ist davon auszugehen, dass mit der Berechnung dieser Kosten EinverstĂ€ndnis besteht (BGH, Urteil vom 07.04.2004, Az.: VIII ZR 146/03, https://www.jurion.de/urteile/bgh/2004-04-07/viii-zr-146_03/).

Welche Kosten können nicht auf den Mieter umgelegt werden?

Um Streitpunkte mit Ihren Mietern zu vermeiden, sollten Sie unbedingt beachten, welche Positionen nicht auf den Mieter umzulegen sind. Auch hier informieren wir Sie wieder ĂŒbersichtlich, wenn auch in exemplarischer AusfĂŒhrung, in tabellarischer Form:

 

Kostenart WeiterfĂŒhrende ErlĂ€uterung
Reparaturkosten sie gewĂ€hrleisten den bestimmungsgemĂ€ĂŸen Gebrauch des Objekts
Instandhaltungskosten s. Reparaturkosten
Verwaltungskosten Kosten fĂŒr Personal und Einrichtung zur Verwaltung des Objekts, hiervon nicht betroffen Hausmeister/Hauswart
Nebenkostenanteile fĂŒr Leerstand
Bank- und KontofĂŒhrungsgebĂŒhren, Zinsen, Porto, Telefon gehören zu den Verwaltungskosten
Neuanlage eines Gartens Gartenpflege ist abrechenbar, die Neuanlage jedoch nicht,

ist die Gartenpflege Teil des Hausmeisterdienstes darf diese nicht gesondert abgerechnet werden

Dachrinnenreinigung als Maßnahme bei einer Verstopfung
Gewerbliche Versicherungsanteile und Grundsteueranteile Vereint ein Mietobjekt Wohn- und GewebeflĂ€che dĂŒrfen diese nicht zusammen auf den Mieter umgelegt werden, Ă€quivalent bei weiteren Kosten der Mischnutzung
Reparaturkosten-, Umweltschaden-, Rechtsschutz-, Mietausfallversicherung
Prozesskosten des Vermieters bspw. Bei Mietzahlungsklagen gegen sÀumige Mieter

Sollten Sie Zweifel an der UmlagefĂ€higkeit diverser Kosten haben, berĂ€t Sie Rechtsanwalt Stephan Scharlach  gern bzw. wird Ihnen ĂŒber Ihre Hausverwaltungssoftware  eine Lösung angeboten.

Bei allen weiterfĂŒhrenden Fragen steht Ihnen ein kompetentes Team fĂŒr Softwarelösung und juristischer Beratung  zur VerfĂŒgung.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage und Ihr Anliegen!