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Corona | Buchhaltung | Jahresabschluss | Bilanz

Jahresabschluss von Unternehmen w├Ąhrend Corona

Zum Abschluss des Gesch├Ąftsjahres m├╝ssen Unternehmen mit Ausnahme von Freiberuflern und Kleinbetrieben einen Jahresabschluss in Form einer Bilanz sowie einer Gewinn- und Verlustrechnung erstellen. Hierbei sind die jeweils aktuellen steuerrechtlichen Bestimmungen zu beachten. Aktuell wirken sich auch die Folgen der Corona – Krise auf den Jahresabschluss von Unternehmen aus.

Was ist der Jahresabschluss?

Der Jahresabschluss ist ein Bestandteil der handelsrechtlichen Rechnungslegung von Unternehmen und geh├Ârt zu den Pflichten jedes ordentlichen Kaufmanns. Der Jahresabschluss fasst die Buchf├╝hrung sowie das Inventar zusammen und stellt die Gewinne und Verluste eines Unternehmens w├Ąhrend des Gesch├Ąftsjahrs dar. Bestandteile des Jahresabschlusses sind die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und die Bilanz des Unternehmens. Gr├╝nder, die zur Erstellung eines Jahresabschlusses verpflichtet sind, unterliegen vom ersten Tag ihrer Gesch├Ąftst├Ątigkeit an der Bilanzpflicht – bereits zu diesem Zeitpunkt m├╝ssen sie eine den geltenden Vorschriften f├╝r die Bilanzierung entsprechende Er├Âffnungsbilanz erstellen. Vor dem Abschluss des jeweiligen Gesch├Ąftsjahres sind alle darauf bezogenen Buchungsvorg├Ąnge abzuschlie├čen.

Der Zweck des Jahresabschlusses besteht zum einen darin, Investoren und anderen Stakeholdern eine verbindliche Auskunft ├╝ber die wirtschaftliche Performance eines Unternehmens zu geben – daher ist er durch einen unabh├Ąngigen Wirtschaftspr├╝fer oder Steuerberater zu ├╝berpr├╝fen und zu best├Ątigen. Zum anderen ermittelt das Finanzamt auf seiner Grundlage die Steuerlast des Unternehmens f├╝r das vergangene Gesch├Ąftsjahr.

Welche Unternehmen m├╝ssen einen Jahresabschluss erstellen?

Die Bilanzierungspflicht von Unternehmen und folglich die Verpflichtung zur Erstellung eines Jahresabschlusses werden durch das Handelsgesetzbuch (HGB) geregelt. Demnach m├╝ssen alle Kaufleute und sowohl Kapital- als auch Personengesellschaften einen Jahresabschluss publizieren. Ausnahmeregelungen gelten f├╝r Einzelkaufleute, die in zwei aufeinanderfolgenden Gesch├Ąftsjahren einen Jahres├╝berschuss von maximal 60.000 Euro und Ums├Ątze von h├Âchstens 600.000 Euro erwirtschaftet haben. Freiberufler und Firmen, die unter die Kleinunternehmerregelung fallen, sind von der Verpflichtung zur Erstellung des Jahresabschlusses befreit. Sie sind lediglich dazu verpflichtet, dem Finanzamt f├╝r das jeweils letzte Gesch├Ąftsjahr eine Einnahmen-├ťberschuss-Rechnung (E├ťR) zu ├╝bermitteln.

Seit dem Jahr 2013 sind bilanzierungspflichtige Unternehmen dazu verpflichtet, den kompletten Jahresabschluss inklusive einer sogenannten E-Bilanz auf digitalem Wege ├╝ber das Steuerportal ELSTER an das Finanzamt zu schicken. Kapitalgesellschaften unterliegen au├čerdem der Pflicht, ihren Abschluss im Handelsregister sowie im Bundesanzeiger zu ver├Âffentlichen – wenn die dies vers├Ąumen, droht ihnen ein juristisches Verfahren.

Welche Fristen gelten f├╝r den Jahresabschluss?

Die Verpflichtung zur Erstellung des Jahresabschlusses schlie├čt auch dessen fristgerechte ├ťbermittlung an die Finanzbeh├Ârden ein. F├╝r die meisten Unternehmen in Deutschland ist das Gesch├Ąftsjahr mit dem Kalenderjahr identisch – Abweichungen davon m├╝ssen durch das Finanzamt genehmigt werden und sind nur f├╝r Unternehmen m├Âglich, die im Handelsregister eingetragen sind. Der Bilanzstichtag ist somit in der Regel der 31. Dezember. Die regul├Ąre Frist f├╝r die Erstellung des Jahresabschlusses betr├Ągt drei Monate und endet also am 31. M├Ąrz des Folgejahres. Kleine Kapitalgesellschaften haben daf├╝r bis zum 31. Juni des Folgejahres Zeit. Als kleine Kapitalgesellschaften gelten Unternehmen mit einer entsprechenden Rechtsform, die an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen mindestens zwei der folgenden drei Gr├Â├čenmerkmale erf├╝llen:

– Im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 50 Mitarbeiter
– Umsatzerl├Âse von maximal 9.680.000 Euro im vergangenen Gesch├Ąftsjahr
– Bilanzsumme von maximal 4.840.000 Euro nach Abzug von Kapitalfehlbetr├Ągen, die in der Bilanz auf der Aktiva-Seite ausgewiesen werden.

Fristverl├Ąngerungen f├╝r die Berichtserstellung m├╝ssen beim Finanzamt bis zum 28. Februar beantragt werden. Unternehmen, die sich mit der ├ťbermittlung des Jahresabschlusses um mehr als 14 Monate – derzeit also mit ihrem finanziellen Reporting aus dem Jahr 2018 – versp├Ąten, m├╝ssen mit S├Ąumniszuschl├Ągen von mindestens 25 Euro pro Tag bis zur Obergrenze von 25.000 Euro rechnen.

Welche Punkte sind in der Corona – Krise f├╝r den Jahresabschluss 2020 wichtig?

Steuerliche Ver├Ąnderungen sind in der Buchhaltung und f├╝r den Jahresabschluss praktisch in jedem Gesch├Ąftsjahr zu beachten. F├╝r das Jahr 2020 und damit unter Corona Bedingungen sind unter anderem die folgenden Ver├Ąnderungen zu beachten:

– Die Eckwerte der Einkommenssteuertarife zur Abfederung der kalten Steuerprogression werden erh├Âht.
– Sofern durch Branchentarifvertr├Ąge nicht bereits geschehen, erh├Âht sich der generelle Mindestlohn auf 9,35 Euro brutto pro Arbeitsstunde. F├╝r Verletzungen des Mindestlohngesetzes gelten Geldstrafen von bis zu 500.000 Euro.
– Jobtickets f├╝r Mitarbeiter werden im Jahr 2020 mit 25 Prozent ohne Anrechnung auf die Entfernungspauschale besteuert. Mit Anrechnung auf die Entfernungspauschale gilt ein Steuersatz von 25 Prozent. Sofern das Job-Ticket als zus├Ątzliche Leistung zum Gehalt gew├Ąhrt wird, bleibt diese Leistung bereits seit 2019 steuerfrei.
– Der Verpflegungsaufwand f├╝r mehr als achtst├╝ndige Dienstreisen erh├Âht sich von 24 auf 28 Euro, die S├Ątze f├╝r den An- und Abreisetag steigen von zw├Âlf auf 14 Euro.
– Elektronische Kassen m├╝ssen seit Anfang 2020 mit einer durch das Bundesamt f├╝r Sicherheit in der Informationstechnik zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung gesch├╝tzt werden, um Manipulationen auszuschlie├čen. Der Kauf solcher Kassensysteme vor dem 01. Januar 2020 ist dem Finanzamt bis zum 31. Januar 2021 anzuzeigen. F├╝r sp├Ąter gekaufte Kassen gilt bereits seit dem Jahresanfang eine einmonatige Meldepflicht.
Belege k├Ânnen bei Zustimmung des Empf├Ąngers erstmals in g├Ąngigen Datenformaten wie PDF oder JPG ausgegeben werden.
– Betreiber von elektronischen Marktpl├Ątzen haften erstmals f├╝r die Abfuhr der Umsatzsteuer durch die Shop-Betreiber auf der Plattform. Ein Verkauf auf digitalen Marktpl├Ątzen ist ohne die Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung durch das Finanzamt nicht mehr m├Âglich.
– F├╝r elektrisch angetriebene Lieferfahrzeuge, die nach dem 19. Dezember 2019 gekauft wurden, gilt eine Sonderabschreibung von 50 Prozent.

Auswirkungen der Corona-Krise auf den Jahresabschluss

Die Auswirkungen der Corona-Krise m├╝ssen im Abschlussbericht sowohl handels- als auch steuerbilanziell abgebildet werden. Die Bilanz und die GuV sind hiervon aktuell jedoch nicht betroffen. Ver├Ąnderungen ergeben sich vor allem f├╝r Unternehmen, die nicht nur zur Erstellung des Jahresabschlusses, sondern zur Publikation eines Lageberichts verpflichtet sind. F├╝r alle anderen Firmen sind f├╝r ihren Jahresabschluss vor allem die folgenden Punkte von Bedeutung:

– Das Kurzarbeitergeld ist als durchlaufender Posten zu bilanzieren.
– Beantragte Erstattungen von Sozialversicherungsbeitr├Ągen im Rahmen der Corona-Hilfen sind als Aktiva zu bilanzieren. Bereits erhaltene Zahlungen, f├╝r die das Unternehmen die sachlichen Voraussetzungen noch nicht erf├╝llt hat, werden bis zu ihrer bestimmungsgem├Ą├čen Verwendung als Passiva unter „sonstige Verbindlichkeiten“ gef├╝hrt.
– Aufstockungsbetr├Ąge des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld erscheinen in der Bilanz als laufender Personalaufwand.

Effiziente Erstellung des Jahresabschlusses mit leistungsstarker Branchensoftware

Ein ERP-System und digitale Buchhaltungssoftware k├Ânnen die Erstellung des Jahresberichtes f├╝r 2020 betr├Ąchtlich erleichtern. Die Programme sind auf die Anforderungen bestimmter Branchen abgestimmt. In die aktuellen Software-Editionen sind steuerliche Ver├Ąnderungen und neue Vorgaben bereits standardm├Ą├čig integriert. Durch API-Schnittstellen k├Ânnen die Systeme mit anderen unternehmensinternen Datenbest├Ąnden verbunden werden. Auch die ├ťbermittlung relevanter Unterlagen und Daten an den Wirtschaftspr├╝fer oder Steuerberater sowie des finalen Jahresabschlusses an das Finanzamt erfolgt direkt aus dem System heraus. Mit der Digitalisierung und Systemeinbindung ihrer Buchhaltung k├Ânnen Unternehmen auch die Erstellung ihres Jahresabschlusses betr├Ąchtlich optimieren. Unser IT-Systemhaus ber├Ąt Sie umfassend dazu, welche Softwarel├Âsung am besten zu Ihrem Unternehmen passt.