Jahresabschluss von Unternehmen in der Corona - Krise đŸ„‡
×

MenĂŒ

×

Inhaltsverzeichnis

Kostenfreier Softwarecheck
Vergleich von IT - Dienstleistern
Sofortiger RĂŒckrufservice
Software Hardware IT-Dienstleistungen Service

Corona | Buchhaltung | Jahresabschluss | Bilanz

Jahresabschluss von Unternehmen wÀhrend Corona

Zum Abschluss des GeschĂ€ftsjahres mĂŒssen Unternehmen mit Ausnahme von Freiberuflern und Kleinbetrieben einen Jahresabschluss in Form einer Bilanz sowie einer Gewinn- und Verlustrechnung erstellen. Hierbei sind die jeweils aktuellen steuerrechtlichen Bestimmungen zu beachten. Aktuell wirken sich auch die Folgen der Corona – Krise auf den Jahresabschluss von Unternehmen aus.

Was ist der Jahresabschluss?

Der Jahresabschluss ist ein Bestandteil der handelsrechtlichen Rechnungslegung von Unternehmen und gehört zu den Pflichten jedes ordentlichen Kaufmanns. Der Jahresabschluss fasst die BuchfĂŒhrung sowie das Inventar zusammen und stellt die Gewinne und Verluste eines Unternehmens wĂ€hrend des GeschĂ€ftsjahrs dar. Bestandteile des Jahresabschlusses sind die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und die Bilanz des Unternehmens. GrĂŒnder, die zur Erstellung eines Jahresabschlusses verpflichtet sind, unterliegen vom ersten Tag ihrer GeschĂ€ftstĂ€tigkeit an der Bilanzpflicht – bereits zu diesem Zeitpunkt mĂŒssen sie eine den geltenden Vorschriften fĂŒr die Bilanzierung entsprechende Eröffnungsbilanz erstellen. Vor dem Abschluss des jeweiligen GeschĂ€ftsjahres sind alle darauf bezogenen BuchungsvorgĂ€nge abzuschließen.

Der Zweck des Jahresabschlusses besteht zum einen darin, Investoren und anderen Stakeholdern eine verbindliche Auskunft ĂŒber die wirtschaftliche Performance eines Unternehmens zu geben – daher ist er durch einen unabhĂ€ngigen WirtschaftsprĂŒfer oder Steuerberater zu ĂŒberprĂŒfen und zu bestĂ€tigen. Zum anderen ermittelt das Finanzamt auf seiner Grundlage die Steuerlast des Unternehmens fĂŒr das vergangene GeschĂ€ftsjahr.

Welche Unternehmen mĂŒssen einen Jahresabschluss erstellen?

Die Bilanzierungspflicht von Unternehmen und folglich die Verpflichtung zur Erstellung eines Jahresabschlusses werden durch das Handelsgesetzbuch (HGB) geregelt. Demnach mĂŒssen alle Kaufleute und sowohl Kapital- als auch Personengesellschaften einen Jahresabschluss publizieren. Ausnahmeregelungen gelten fĂŒr Einzelkaufleute, die in zwei aufeinanderfolgenden GeschĂ€ftsjahren einen JahresĂŒberschuss von maximal 60.000 Euro und UmsĂ€tze von höchstens 600.000 Euro erwirtschaftet haben. Freiberufler und Firmen, die unter die Kleinunternehmerregelung fallen, sind von der Verpflichtung zur Erstellung des Jahresabschlusses befreit. Sie sind lediglich dazu verpflichtet, dem Finanzamt fĂŒr das jeweils letzte GeschĂ€ftsjahr eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) zu ĂŒbermitteln.

Seit dem Jahr 2013 sind bilanzierungspflichtige Unternehmen dazu verpflichtet, den kompletten Jahresabschluss inklusive einer sogenannten E-Bilanz auf digitalem Wege ĂŒber das Steuerportal ELSTER an das Finanzamt zu schicken. Kapitalgesellschaften unterliegen außerdem der Pflicht, ihren Abschluss im Handelsregister sowie im Bundesanzeiger zu veröffentlichen – wenn die dies versĂ€umen, droht ihnen ein juristisches Verfahren.

Welche Fristen gelten fĂŒr den Jahresabschluss?

Die Verpflichtung zur Erstellung des Jahresabschlusses schließt auch dessen fristgerechte Übermittlung an die Finanzbehörden ein. FĂŒr die meisten Unternehmen in Deutschland ist das GeschĂ€ftsjahr mit dem Kalenderjahr identisch – Abweichungen davon mĂŒssen durch das Finanzamt genehmigt werden und sind nur fĂŒr Unternehmen möglich, die im Handelsregister eingetragen sind. Der Bilanzstichtag ist somit in der Regel der 31. Dezember. Die regulĂ€re Frist fĂŒr die Erstellung des Jahresabschlusses betrĂ€gt drei Monate und endet also am 31. MĂ€rz des Folgejahres. Kleine Kapitalgesellschaften haben dafĂŒr bis zum 31. Juni des Folgejahres Zeit. Als kleine Kapitalgesellschaften gelten Unternehmen mit einer entsprechenden Rechtsform, die an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen mindestens zwei der folgenden drei GrĂ¶ĂŸenmerkmale erfĂŒllen:

– Im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 50 Mitarbeiter
– Umsatzerlöse von maximal 9.680.000 Euro im vergangenen GeschĂ€ftsjahr
– Bilanzsumme von maximal 4.840.000 Euro nach Abzug von KapitalfehlbetrĂ€gen, die in der Bilanz auf der Aktiva-Seite ausgewiesen werden.

FristverlĂ€ngerungen fĂŒr die Berichtserstellung mĂŒssen beim Finanzamt bis zum 28. Februar beantragt werden. Unternehmen, die sich mit der Übermittlung des Jahresabschlusses um mehr als 14 Monate – derzeit also mit ihrem finanziellen Reporting aus dem Jahr 2018 – verspĂ€ten, mĂŒssen mit SĂ€umniszuschlĂ€gen von mindestens 25 Euro pro Tag bis zur Obergrenze von 25.000 Euro rechnen.

Welche Punkte sind in der Corona – Krise fĂŒr den Jahresabschluss 2020 wichtig?

Steuerliche VerĂ€nderungen sind in der Buchhaltung und fĂŒr den Jahresabschluss praktisch in jedem GeschĂ€ftsjahr zu beachten. FĂŒr das Jahr 2020 und damit unter Corona Bedingungen sind unter anderem die folgenden VerĂ€nderungen zu beachten:

– Die Eckwerte der Einkommenssteuertarife zur Abfederung der kalten Steuerprogression werden erhöht.
– Sofern durch BranchentarifvertrĂ€ge nicht bereits geschehen, erhöht sich der generelle Mindestlohn auf 9,35 Euro brutto pro Arbeitsstunde. FĂŒr Verletzungen des Mindestlohngesetzes gelten Geldstrafen von bis zu 500.000 Euro.
– Jobtickets fĂŒr Mitarbeiter werden im Jahr 2020 mit 25 Prozent ohne Anrechnung auf die Entfernungspauschale besteuert. Mit Anrechnung auf die Entfernungspauschale gilt ein Steuersatz von 25 Prozent. Sofern das Job-Ticket als zusĂ€tzliche Leistung zum Gehalt gewĂ€hrt wird, bleibt diese Leistung bereits seit 2019 steuerfrei.
– Der Verpflegungsaufwand fĂŒr mehr als achtstĂŒndige Dienstreisen erhöht sich von 24 auf 28 Euro, die SĂ€tze fĂŒr den An- und Abreisetag steigen von zwölf auf 14 Euro.
– Elektronische Kassen mĂŒssen seit Anfang 2020 mit einer durch das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung geschĂŒtzt werden, um Manipulationen auszuschließen. Der Kauf solcher Kassensysteme vor dem 01. Januar 2020 ist dem Finanzamt bis zum 31. Januar 2021 anzuzeigen. FĂŒr spĂ€ter gekaufte Kassen gilt bereits seit dem Jahresanfang eine einmonatige Meldepflicht.
Belege können bei Zustimmung des EmpfÀngers erstmals in gÀngigen Datenformaten wie PDF oder JPG ausgegeben werden.
– Betreiber von elektronischen MarktplĂ€tzen haften erstmals fĂŒr die Abfuhr der Umsatzsteuer durch die Shop-Betreiber auf der Plattform. Ein Verkauf auf digitalen MarktplĂ€tzen ist ohne die Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung durch das Finanzamt nicht mehr möglich.
– FĂŒr elektrisch angetriebene Lieferfahrzeuge, die nach dem 19. Dezember 2019 gekauft wurden, gilt eine Sonderabschreibung von 50 Prozent.

Auswirkungen der Corona-Krise auf den Jahresabschluss

Die Auswirkungen der Corona-Krise mĂŒssen im Abschlussbericht sowohl handels- als auch steuerbilanziell abgebildet werden. Die Bilanz und die GuV sind hiervon aktuell jedoch nicht betroffen. VerĂ€nderungen ergeben sich vor allem fĂŒr Unternehmen, die nicht nur zur Erstellung des Jahresabschlusses, sondern zur Publikation eines Lageberichts verpflichtet sind. FĂŒr alle anderen Firmen sind fĂŒr ihren Jahresabschluss vor allem die folgenden Punkte von Bedeutung:

– Das Kurzarbeitergeld ist als durchlaufender Posten zu bilanzieren.
– Beantragte Erstattungen von SozialversicherungsbeitrĂ€gen im Rahmen der Corona-Hilfen sind als Aktiva zu bilanzieren. Bereits erhaltene Zahlungen, fĂŒr die das Unternehmen die sachlichen Voraussetzungen noch nicht erfĂŒllt hat, werden bis zu ihrer bestimmungsgemĂ€ĂŸen Verwendung als Passiva unter „sonstige Verbindlichkeiten“ gefĂŒhrt.
– AufstockungsbetrĂ€ge des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld erscheinen in der Bilanz als laufender Personalaufwand.

Effiziente Erstellung des Jahresabschlusses mit leistungsstarker Branchensoftware

Ein ERP-System und digitale Buchhaltungssoftware können die Erstellung des Jahresberichtes fĂŒr 2020 betrĂ€chtlich erleichtern. Die Programme sind auf die Anforderungen bestimmter Branchen abgestimmt. In die aktuellen Software-Editionen sind steuerliche VerĂ€nderungen und neue Vorgaben bereits standardmĂ€ĂŸig integriert. Durch API-Schnittstellen können die Systeme mit anderen unternehmensinternen DatenbestĂ€nden verbunden werden. Auch die Übermittlung relevanter Unterlagen und Daten an den WirtschaftsprĂŒfer oder Steuerberater sowie des finalen Jahresabschlusses an das Finanzamt erfolgt direkt aus dem System heraus. Mit der Digitalisierung und Systemeinbindung ihrer Buchhaltung können Unternehmen auch die Erstellung ihres Jahresabschlusses betrĂ€chtlich optimieren. Unser IT-Systemhaus berĂ€t Sie umfassend dazu, welche Softwarelösung am besten zu Ihrem Unternehmen passt.